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Das Relative-Stärke-Modell

Hinter dem Relative-Stärke-Prinzip steht die folgende Annahme: Anlagen, die in der Vergangenheit eine gute Rendite erzielt haben, werden das auch in Zukunft tun. Ganz nach dem Börsenmotto: Der Trend ist dein Freund!

 

Die meisten Anleger konzentrieren sich auf die Suche nach unterbewerteten Titeln. Ihr Ziel ist es, günstig zu kaufen und teurer zu verkaufen. In der Praxis verfehlen sie dieses Ziel allerdings oft.

Das Modell der relativen Stärke geht einen anderen Weg. Es geht vereinfacht gesagt davon aus, dass ein Markttrend sich fortsetzt, weil die Faktoren, die den Kurs bisher positiv beeinflusst haben, weiterhin Bestand haben. Diesen Effekt nennt man Momentum. Er ist ein einfaches, aber gut belegtes Phänomen.

Relative Stärke kann auf einer alleinigen Betrachtung der Renditen basieren. Es können aber auch weitere Kennzahlen wie beispielsweise die Risikokennzahl Volatilität hinzugezogen werden.

Nebst den relevanten Kennzahlen stellt sich für einen Anleger die Frage des Beobachtungszeitraums. Er legt fest, über welche Periode man die jeweilige Kennzahl berechnen möchte.

Erfolgversprechend sind besonders jene Ansätze, die auf mittel- bis langfristige Trends bauen. Renditen werden deshalb häufig über einen Beobachtungszeitraum von mehreren Wochen und Monaten berechnet.

Ein Beispiel zur Illustration des Relative-Stärke-Prinzips: Ein Anleger beobachtet 20 ETFs auf verschiedene Indizes und Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Er erstellt jeden Monat eine Rangliste dieser 20 ETFs. Sie ergibt sich aus der Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Rendite sowie aus den kurzfristigen Kursschwankungen des jeweiligen ETF. Ganz oben steht der ETF mit dem besten Rendite-/Risiko-Verhältnis.

Der Anleger investiert nun jeweils in die ETFs auf den fünf ersten Plätzen. Er aktualisiert die Liste jeden Monat und tauscht Titel aus, wenn sich die Reihenfolge geändert hat.

Der Ansatz der relativen Stärke erzielt besonders gute Resultate, wenn er auf Anlagen angewendet wird, die sich in ihrer Preisentwicklung deutlich unterscheiden. Überdurchschnittliche Anlagen können damit einfach und effizient identifiziert werden.

Die relative Stärke eignet sich nicht nur für einen Vergleich von Aktien, sondern auch für die Wahl von Anlageklassen und Anlageregionen.

Die Risiken des Relative-Stärke-Modells: Auch attraktiv bewertete Titel können große Verluste erleiden. Zudem kann die relative Stärke zu häufigen Transaktionen verleiten. Niedrige Transaktionskosten sind deshalb wichtig für den Anlageerfolg. Nicht zu vernachlässigen ist auch die ausreichende Diversifikation im Portfolio.
 

 
 
Das sollten Sie sich merken:

  • Das Relative-Stärke-Modell ist ein Trendindikator.
  • Das Modell basiert auf der Annahme, dass ein Trend sich fortsetzt, solange sich die kursentscheidenden Faktoren nicht ändern.
  • Die relative Stärke eignet sich nicht nur für einen Vergleich von Aktien, sondern auch für die Wahl von Anlageklassen und Anlageregionen.
  • Ein Risiko des Modells ist die Tatsache, dass auch Titel in einem positiven Trend große Verluste erleiden können.

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