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Anlagestrategie mit gleitenden Durchschnitten

Mit einem gleitenden Durchschnitt lassen sich Kauf- und Verkaufssignale ermitteln und so Investitionsentscheidungen regelbasiert umsetzen.

 

Wer seine Kauf- und Verkaufsentscheidungen konsequent auf einen gleitenden Durchschnitt abstützt, kann auf die Analyse von realwirtschaftlichen Zahlen und Fakten verzichten.

Ein gleitender Durchschnitt besteht aus dem Durchschnitt einer Anzahl von Kurswerten eines bestimmten Wertpapieres oder Indexes, beispielsweise der Tagesschlusskurse der letzten 50, 100 oder 200 Tage. Dieser Durchschnittswert führt zu einer Glättung des Kursverlaufs. Er filtert das in den Tageskursen enthaltene Kursrauschen heraus. Dadurch lassen sich mittel- und langfristige Trends besser erkennen.

Beim Vergleich eines gleitenden Durchschnitts mit den Tagesschlusskursen desselben Wertpapiers lassen sich zwei Regeln ableiten: Steigt der Tageskurs über den gleitenden Durchschnitt, erfolgt ein Kaufsignal. Fällt der Tageskurs unter den gleitenden Durchschnitt, resultiert ein Verkaufssignal.

Gleitende Durchschnitte beziehen sich häufig auf einen Zeitraum von 200 Tagen. Ein solcher 200-Tage-Durchschnitt führte beim US-Aktienindex S&P 500 zwischen 1990 und 2011 zu fast 150 Kauf- und Verkaufssignalen. Die Grafik zeigt je ein solches Kauf- und ein Verkaufssignal.

Anhand dieser beiden Signale ist ersichtlich, dass ein Anleger kurz nach Beginn des Aufwärtstrends im April 2003 in den amerikanischen Aktienmarkt investiert hätte (Kaufsignal). Im November 2007, vor dem großen Kursverfall, hätte er verkauft (Verkaufssignal). Das hätte ihn vor einem großen Teil des darauffolgenden Kursverlusts bewahrt.

Allerdings kam es zwischen den genannten Ein- und Ausstiegszeitpunkten zu weiteren Kauf- und Verkaufssignalen. Sie haben sich im Nachhinein als Fehlsignale herausgestellt, weil es zum Zeitpunkt dieser Signale in der Kursentwicklung nicht zu einer Trendwende kam.

Solche Fehlsignale führen im genannten Beispiel dazu, dass ein Anleger nicht die volle Aufwärtsbewegung mitgemacht hätte. Sie hätten zudem zu Transaktionskosten mit negativen Folgen für die Rendite geführt.

Gleitende Durchschnitte sind eine wertvolle Hilfe für das Erkennen von großen Trendwechseln. Anleger können damit die Verluste bei einem großen Kursverfall eindämmen und so das Risiko senken und die Rendite erhöhen.

Die Schwierigkeit liegt darin, die Fehlsignale herauszufiltern. Die Anzahl der Fehlsignale lässt sich mit verschiedenen Methoden senken, so zum Beispiel durch einen Zeit- oder einen Kursfilter.

Bei einem Zeitfilter kommt es erst dann zu einem Kauf- oder Verkaufssignal, wenn der Kurs während einer bestimmten Anzahl Handelstage über oder unter dem gleitenden Durchschnitt liegt.

Bei einem Kursfilter wird das Kauf- oder Verkaufssignal erst dann ausgelöst, wenn der Kurs den gleitenden Durchschnitt um einen bestimmten Prozentsatz nach oben oder unten durchbrochen hat.

Fehlsignale lassen sich auch mit einem „intelligenten“ gleitenden Durchschnitt reduzieren, einen sogenannten adaptiven gleitenden Durchschnitt.

Er stützt sich nicht auf eine feste Anzahl an Tagen zur Berechnung von Kauf- und Verkaufssignalen, sondern passt sich automatisch den jeweiligen Marktverhältnissen an.
 

 
 Das sollten Sie sich merken:

  • Eine Anlagestrategie mit gleitenden Durchschnitten setzt Investitionsentscheidungen auf der Basis der technischen Analyse regelbasiert um.
  • Gleitende Durchschnitte zeigen Kauf- und Verkaufssignale an und geben wertvolle Hinweise auf Trendwechsel im Markt.
  • Sie eignen sich vor allem, um die Verluste bei einem großen Kursverfall einzudämmen und so die Rendite zu erhöhen.

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